SpeleoArt

Der Ursprung von einem Großteil meiner Bilder sind Höhlen, Dolinen oder Gesteinsformationen. Es zieht sich durch die ganze Palette meiner Arbeiten.
In den Acrylbildern stelle ich diverse Höhlen dar, die Atmosphäre, die ich selbst erlebt habe. Vor allem in den unbeleuchteten Höhlen ich habe Einfluss, wie ich beleuchte, um ein Foto zu machen. Licht und Schatten spielen dabei eine wichtige Rolle. Ich komponiere selbst schon im Vorfeld das Foto, das mir als Motiv für mein Bild dient.

Fantastisch abstrakt

Seit längerer Zeit ist die Ölmalerei das dominierende Feld von Lucja Radwan´s künstlerischen Schaffens in großformatigen Arbeiten [160×210, 160×420, 160×630]. In ihnen gibt sie Inspirationen wieder, die aus natürlichen, hauptsächlich Höhlen- und Felsmotiven stammen (SpeleoArt). Die Speleo-Symbolik wird jedoch gewöhnlich aus ihrem Kontext herausgerissen, wodurch sie eigenständige Bedeutung erlangt. Die häufig registrierte Rezeption ihrer Werke ist der Eindruck der Belebung oder gar der Personifizierung der von Natur aus statischen und nichtorganischen Formen. Keine seltene Impression ist das Verkehren mit der Jungfräulichkeit von Bereichen, die in gewissem Sinne ihr erstmaliges Ans-Licht-Treten erfahren. Andere offenbarte Assoziationen umfassen die Unendlichkeit, die Metamorphose und das vertraut gewordene Grauen. Das bereits erwähnte Licht, wie auch die Perspektive spielen übrigens absichtlich eine wesentliche Rolle in ihren Gemälden. Deren Rolle ist die Verstärkung der Sinnesübertragung. Vielleicht deswegen empfindet ein Teil der Rezensenten ihre Gemälde als auf irgendeine schwer zu beschreibende Art und Weise überwältigend, die die Aufmerksamkeit, oder sogar eine Reaktion nicht mehr des Zuschauers, sondern vielmehr des Teilnehmers des Zusammentreffens mit der Form erzwingen. Die Mehrheit ihrer Arbeiten besitzt keinen ihnen zugeschriebenen Titel – es geht um die Befreiung des Beobachters von den vom Künstler nahegelegenen Assoziationen. Es geht auch um die Befreiung des Gemäldes selbst von der Determinierung seiner Botschaft durch die im Moment von dessen Geburt herrschenden Bedingungen und Emotionen.

Univ.-Prof. Dr. Arkadiusz Radwan, LL.M

Aquarellmalerei

In meiner Aquarellmalerei verwende ich vorwiegend die „Nass-in-Nass-Technik“. Malen mit Aquarellfarben ist für mich wie ein Beziehungsspiel, die Pigmente kommunizieren miteinander, ziehen sich an, vermischen sich oder fließen weg (stoßen sich ab).
Das Bild „Vergänglichkeit bleibt in mir I“ ist im Katalog der Biennale of watercolor art in Poland

Teilnahme an der Ausstellung

„Grenzen überschreiten - In Bewegung sein“

Die Bilder nehmen Bezug auf die heutige Flüchtlingssituation: auf die Angst und Bedrohung, auf Tod, Glaubensverfolgung und auf Kinder ohne Kindheit. Auf all die Ursachen, die Menschen zum Verlassen ihrer Heimat veranlassen, in der Hoffnung auf ein „sicheres“ Leben. Ausgangsbasis sind eigene Erfahrungen und Erzählungen ihres Vaters von seiner Zeit als KZ-Häftling in Auschwitz und Buchenwald. Lucja Radwan hat die Flüchtlingssituation hautnah erlebt, als sie 2015 bei der Unterbringung von Flüchtlingen im Gemeindezentrum ihres Heimatortes Gols nahe Nickelsdorf, geholfen hat.
Ursula und Franz Pfeiffer

Wegschauen als Ausrede unserer Zeit

Die Bilder wurden zwar im Jahr 2014 gemalt, aber zurzeit sind sie sehr aktuell.
Wegschauen als Ausrede unserer Zeit? Nichtausweichen als subtiler Prüfstand der Moral eines satten Menschen der Gegenwart? Das Bild versucht diese Fragen zu konfrontieren und fordert die Usurpationen der Außergewöhnlichkeit unserer Zeit heraus. Die Gestalten sind konturiert und unidimensional. Sie könnten genauso Hirtenpelz, wie einen Armani Anzug tragen. Dadurch sind sie auch zeitlos, wenngleich situationsgebunden. Dies erlaubt, dass sich die Situation von der Notwendigkeit ihres historischen Kontexts trennt, wodurch die übermittelte Moral universal wird. Diese Moral ist die Botschaft der Gnade, des Verzeihens und eines neuen Anfangs in Anbetracht des Ungnädigen, des Unverzeihbaren und des Beendeten. Die Botschaft wird durch eine Taube symbolisiert. Die Taube ist zugleich ubiquitär und allgegenwärtig. So wie der Heilige Geist: der Augenzeuge der sündigen Tat, die als Entfaltung des freien Willens des Menschen zum Tragen kommt und zugleich die Botschaft, die dem Menschen zum Annehmen angeboten wird.
Univ.-Prof. Dr. Arkadiusz Radwan, LL.M

„#JapanRevisited202x: then-now-after“

des Österreichischen Kulturforums Tokio, TOKIO, 3. JUNI 2020

2020 ist ein Jahr wie kein anderes: Binnen weniger Wochen finden sich Künstler*innen auf der ganzen Welt plötzlich umgeben von einem Nebel der Unsicherheiten. Ausstellungen, Künstlerresidenzen und Festivals sind verschoben, kollaborative Projekte abgesagt und internationale Reisen so gut wie unmöglich. Auch der seit mehr als 150 Jahren bestehende kulturelle Austausch zwischen Österreich und Japan steht vor neuen Herausforderungen. Als Impuls, sich weiter auf die Begegnung einzulassen und sich künstlerisch mit Japan auseinanderzusetzen, hat das Österreichische Kulturforum Tokio die Plattform „#JapanRevisited202x: then-now-after ins Leben gerufen. Künstler*innen aus Österreich sind eingeladen, zur kuratierten Online-Plattform beizutragen, unabhängig davon, ob sie derzeit in Japan leben, in der Vergangenheit Zeit in Japan verbracht haben, oder ob für sie Japan nur in der Ferne und in der Phantasie existiert. Zudem werden ausgewählte Beiträge im Jahr 2021 (bzw. sobald die Umstände es erlauben) in einer Ausstellung in Tokio gezeigt werden (inkl. Reise nach/von Tokio und Unterkunft). #JapanRevisited202x: then — now — after Da die Ausstellung wegen der Pandemie nicht möglich war, wurde ich für die Online-Plattform ausgewählt.

Bilderbeschreibung

Zum Thema meiner Bilder habe ich die Vergangenheit, Gegenwart und die Zukunft gewählt. Die vorwiegend kreisförmige Linienführung in meinen Bildern symbolisiert, dass sich alles bewegt, jedoch die Vergangenheit, Gegenwart und die Zukunft eng miteinander verbunden sind. In jedem Bild habe ich eine andere Symbolik verwendet: Kirschblüte, Chrysantheme und Fasan, die in Japan sehr wichtig sind. Im ersten Bild eines der schlimmsten Ereignisse des Zweiten Weltkrieges, der Abwurf der Atombombe in Hiroshima. In dem Bild habe ich Kirschblüten zugefügt. Die Vergangenheit soll nicht vergessen werden, aber der Frühling führt zu besserer Zukunft, ohne Krieg und Leid. Im zweiten Bild das „Kiku” – Symbol der Unsterblichkeit und Vollkommenheit, wie eine Freundschaft sein soll, wie die Freundschaft zweier Maler, meinem Vater, Tadeusz Radwan und Tetsuro Kimura und mir. Im drittem Bild, der Buntfasan als Symbolik der Schönheit in meiner imaginären Landschaft, die ich aus diversen Fotos zusammengefügt habe. Das möchte ich einmal sehen.

BASIS

Auch in den Tuschezeichnungen spielen die Höhlen und Steinformationen eine sehr wichtige Rolle. Der Ursprung von einem Großteil meiner Bilder sind Höhlen, Dolinen oder Gesteinsformationen. Mein Triptychon dient als Beispiel für die Grundlage meines Schaffens. Das Hauptmotiv des Triptychons ist die „Vass-Imre-Höhle“ in Ungarn (Bild 2). Alle drei Bilder verbinden die gleichen Grundlinien der Vass-Imre-Höhle, in den zwei anderen Zeichnungen wurden die Grundlinien beibehalten, jedoch durch diverse unterschiedliche Ausführungen nimmt das Originalbild neue Dimensionen an. Dadurch entsteht ein anderer Blick, trotz gemeinsamer Basis und der Betrachter wird in eine neue, andere Welt entführt, bekommt aber auch die Möglichkeit, seine eigene Fantasie zu entwickeln.

Experimentale Zeichnungen

2020 und 2021 Tagtäglich ein Bild

Ab dem ersten Januar 2020 habe mir vorgenommen, täglich ein A4 Bild zu zeichnen. Daraufhin sind über zwei Jahre geworden. Es sind im Jahr 2020 505 A4-Bilder entstanden und im Jahre 2021, 512 A4-Bilder. Ich habe das weiter vorgesetzt, zwar nicht tagtäglich, aber insgesamt bis Juli 2023 sind 1452 entstanden. Ich nenne sie experimentale Zeichnungen, da sie in diversen Techniken entstanden sind.